Nach einer entspannten Nacht ging es in Richtung „Cairns“. Auf den Weg haben wir einen
Abstecher nach „Port Douglas“ gemacht
und uns dort das erste Mal seit langem die Meeresluft um die Nase wehen lassen.
Auf der Strecke bis nach „Cairns“
haben wir hier und da angehalten und den Blick auf das Meer und den von Palmen
gesäumten Strand zu genießen. Das Wasser allerdings sah nicht sehr einladend
aus und wir haben auf das Baden verzichtet.
In „Cairns“ angekommen checken wir in den günstigsten
Campingplatz ein, den wir finden können. Für 26$ pro Nacht haben wir einen
ruhigen Stellplatz, warme Duschen und Strom. Die Bewertungen des Campingplatzes
sind nicht sehr gut, wir lassen uns aber trotzdem nicht abschrecken. Und im
Großen und Ganzen ist der Park auch vollkommen in Ordnung. Alles ist sauber und
ordentlich. Und wir schlafen die nächsten 6 Nächte sehr ruhig.
Am ersten Tag in „Cairns“
erkunden wir die Stadt, die wir uns
irgendwie anders vorgestellt hätten. Durch den Wind ist das Meer so aufgewühlt,
dass es einer großen braunen Masse gleicht. Um die umliegenden Berge hängen
riesige Wolken und man befürchtet jeden Moment von einem Schauer überrascht zu
werden.
Wir schlendern trotzdem durch die Straßen und suchen nach Anbietern,
die Schnorchel -Touren im „Great Barrier
Reef“ durchführen. Es stellt sich heraus, dass es um die 50 Unternehmen
gibt, bei denen wir buchen könnten. Einziges Problem, es sind gerade
Schulferien und so gut wie alle Touren für die nächsten Tage sind restlos
ausgebucht.
Mal wieder perfektes „timing“.
Am Abend blättern wir unentschlossen durch die Broschüren
und entschließen uns dann einfach für einen Anbieter mit guten Bewertungen. Ich
rufe an und wir haben tatsächlich Glück, für eine Tour am Samstag sind
kurzfristig 3 Plätze freigeworden und wir zögern nicht lange und buchen direkt.
Jetzt müssen wir nur noch die Tage bis Samstag sinnvoll füllen.
Am Mittwochmorgen habe ich erst einmal Nicos Haare
geschnitten, bevor wir den Botanischen Garten von „Cairns“ erkundet haben. Nach
einer recht anstrengend Wanderung über viele viele viele Treppenstufen
erreichen wir einen kleinen Aussichtpunkt, von dem aus man den Flughafen sehen
kann. Wir schnappen nach Luft und beobachten die Flieger beim Starten.
Interessant, wie wenig „Anlauf“ diese Metall-Vögel brauchen, ehe sie vom Boden
abheben.
Der nächste kleine Rundweg führt uns durch die Entwicklung
der Pflanzenwelt im Laufe der Erdgeschichte. Schilder erklären, zu welcher Zeit
sich welche Pflanzen entwickelt haben. Der ganze Weg führt durch einen kleinen
Regenwald, in dem man sich direkt irgendwie in der Zeit zurück versetzt fühlt.
Fehlt nur noch einer dieser Dinosaurier Vögel – „Cassowaries“ wo seit ihr?
Im Anschluss schlendern wir noch ein wenig durch den
normalen Teil des Botanischen Gartens und besuchen zum Abschluss noch das
Orchideen-Haus. Hier kann man die verschiedensten Orchideen-Arten, aber auch
fleischfressende Pflanzen bestaunen. Dabei wird man von vielen Schmetterlingen
umflattert.
Den Donnerstag verbringen wir in „Kurunda“, das Dorf im Regenwald. Hier wandern wir eine kleine
Strecke durch den Regenwald. Nach der Anstrengung gönnen wir uns erst einmal
eine Bockwurst und eine echte (??) Thüringer Bratwurst. Es schmeckt sogar, wenn
auch nicht wie das Original.
Natürlich typisch deutsch (?), mit Sauerkraut und Zwiebeln ??
Im Anschluss schlendern wir über einen Markt, für den der
Ort bekannt sein soll. Von Batik-Kleidung über Metallspielzeug bis Bio-Eistee
kann man hier fast alles kaufen.
Als nächstes geht es zu einer Schmetterlings-Aufzuchtstation.
Nachdem wir 17,50$ pro Person gezahlt haben, tritt man in
ein riesiges Gehege, in dem hunderte verschiedenfarbige Schmetterlinge leben.
Hier kann man nach Herzenslust beobachten, verfolgen, fotografieren und wenn
man Glück hat, landen die bunten Wesen auch auf einem.
Nico mögen sie anscheinend ganz besonders, während um mich
alle einen großen Bogen machen. Leicht enttäuscht und schon etwas frustriert
landet dann aber doch ein wahres Prachtexemplar auf meiner Hand. Einer der
schönen Blauen, fragt mich bitte nicht, was das für einer ist.
In einem kleineren Nebengebäude erfährt man alles über die
Entwicklung der Schmetterlinge – vom Ei bis zum schönen Flattertier. In kleinen
Schaukästen kann man die Eier / Puppen /Raupen beobachten.
Nach dem wir genug von den Schmetterlingen haben geht es zu
den letzten beiden Punkte auf der heutigen „To-Do“-Liste. Nach einer kurzen
Fahrt erreichen wir die „Barron Falls“.
Vom Parkplatz aus muss man noch ein gutes Stück laufen, ehe der dichte Wald den
Blick auf die Wasserfälle frei gibt.
Als Abschluss des Tages besuchen wir noch den „Wrights Lookout“ der uns einen tollen
Blick bietet. Die Wolken, der Wald, die Berge und zwischendrin Spuren
menschlicher Zivilisation, was für ein Bild.
Den Freitag lassen wir ruhig angehen. Zu ruhig für mich,
denn vor lauter überschüssiger Energie zerstöre ich mein Handy. Es ist mir ja
schon öfters runter gefallen, aber heute das erste Mal auf einen Betonboden.
Das fand der Glasbildschirm gar nicht toll und ich muss sehen wo ich bleibe.
Zum Glück haben wir noch Nicos altes Telefon, was ich jetzt vorübergehend (?) nutze.
Wir beschließen, dass ich heute keine anderen wichtigen und
leicht zerstörbaren Gegenstände mehr in die Hände bekomme. Nachdem wir unsere
Wäsche gewaschen haben, lümmeln wir noch eine Weile am Pool. Dann packen wir
unsere Rucksäcke für morgen. Was packt man denn nur ein, wenn man den halben
Tag weit draußen auf dem offenen Meer verbringt? – Reisetabletten!
In der Nacht beginnt es tatsächlich zu Regnen und wir
hoffen, dass der morgige Ausflug nicht ins Wasser fällt. Obwohl, eigentlich ist
das ja auch egal, da wir eh viel Zeit im Wasser verbringen werden.
Der Regen lässt am frühen Morgen dann auch endlich nach
und wir machen uns bei bewölktem Himmel
auf zum Steg, an dem das Touri-Boot auf uns wartet.
Wir haben bewusst ein Boot
mit einer kleinen Gruppe [maximal 35 Personen] gewählt, so dass man mehr von
der Tour hat. Immerhin zahlen wir auch 195$ pro Person. Da möchte man sich
nicht ein kleines Stückchen Riff mit 99 anderen wild um sich trampelnden
Mit-Schnorchlern teilen.
Die Crew empfängt uns herzlich und nach einer kleinen
Sicherheitseinweisung geht es auch schon los. Wir wurden noch im Hafen
vorgewarnt, dass die Fahrt auf Grund des Wetters etwas holprig werden kann. Aber
was dann kam, hat wohl keiner erwartet. Wir hatten zum Glück bereits vor der
Abfahrt prophylaktisch eine Reisetablette eingeworfen. Es hat geschaukelt und
das in alle Richtungen. Ich bin eigentlich für so etwas überhaupt nicht
anfällig, aber selbst ich empfand die nächste Stunde nicht wirklich angenehm.
Da hilft nur auf den Horizont starren und durchhalten.
Als ich auf Toilette gegangen bin, was nebenbei bemerkt bei
so einem Seegang auch zum absoluten Spaßfaktor wird, haben mich die
Crew-Mitglieder besorg angeschaut und gefragt, ob alles ok ist.
Wenn man dann einmal einen Blick auf das hintere Deck
geworfen hat, wurde mir klar, warum sie so besorgt fragten. Denn zwischen
ungefähr 15 anderen Seekranken Touris war nicht mehr allzu viel Platz. Ich
glaube auch für die Besatzung war das ein absoluter Ausnahmezustand und so gar
nicht normal.
Aber alles hat ein Ende und irgendwann kam auch unser Boot
an der „Michaelmas Cay“, der ersten
von 2 zwei Schnorchel-Punkten, an. Nachdem alle in ihre „Wet-Suits“ geschlüpft
sind ging es mit einem kleinen Glasboden-Boot zur Insel. Dort hieß es dann
Flossen an und Brillen auf und schon ging es ab in das 25°C warme Wasser.
Nach
einer kleinen geführten Schnorchel-Tour wurden wir uns selbst überlassen.
Auf Grund des Wetters war das Wasser sehr aufgewühlt und man
konnte kaum etwas sehen. Das stellt man sich eigentlich anders vor, wenn man
für so viel Geld eine Schnorchel-Tour bucht. Aber die Anbieter können das
Wetter nun mal nicht kontrollieren und auch wir hätten ja zu einer Jahreszeit
kommen können, bei der schöneres Wetter herrscht. Wir hatten trotzdem Glück und
konnten im trüben Meer ein paar Meter unter uns eine Schildkröte erspähen.
Und
Nico hatte kurz darauf noch eine Begegnung mit einem viel größeren Exemplar.
Trotz des schlechten Wetters war es doch eine Erfahrung, soweit draußen im Meer
zu schnorcheln.
Vor allem ich war sehr skeptisch, da ich eigentlich allein
beim Gedanken an offenes Wasser die totale Panik bekomme, aber ich fühlte mich
gut aufgehoben und sicher. Die Flossen an meinen Füßen tragen aber auch einen
großen Teil dazu bei, denn ein paar Mal kräftig gepaddelt und schon ist man
raus aus der Strömung.
Die Korallen und Fische, die ich gesehen habe, waren sehr
schön, wenn auch nicht ganz so farbenprächtig wie erwartet. Und im Großen und
Ganzen sind wir uns, nachdem wir wieder auf das Boot geklettert sind, einig,
dass uns das „Ningaloo Reef“ an der
Westküste besser gefallen hat.
Nach der ganzen anstrengenden Schnorchelei gab es ein kleines
Mittagsbuffet. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es eine schlaue Idee ist,
etwas zu essen, aber der Hunger hat dann doch gesiegt. Während des Essens
erhalten wir die Mitteilung, dass wir den ganzen Tag an diesem Ort verbringen
werden, da der andere Schnorchel-Punkt bei dem Wetter zu gefährlich ist. Wir
wissen, dass das eine Entscheidung für unsere Sicherheit war, aber trotzdem
sind wir sehr enttäuscht. Denn immerhin haben wir auch diese teurere Tour (es
gibt auch Ausflüge für 99$) gewählt, gerade weil 2 verschiedene Stellen im Riff
angefahren werden. Die Sonne, die sich inzwischen an den Wolken vorbeigekämpft
hat, kann unsere Laune auch nicht wirklich bessern.
Nach dem Mittag machen wir einen kleinen Ausflug mit dem
Glasboden-Boot und können sogar noch eine Schildkröte erspähen. Wir werden
wieder auf der kleinen Insel „ausgesetzt“ und beobachten die nistenden Vögel.
Nach 10 Minuten wundern wir uns, warum uns noch keiner von der Insel abgeholt
hat. Eigentlich wollten wir noch eine Runde schnorcheln. Nach einer Zeit, die
uns wie die Ewigkeit vorkommt werden wir endlich abgeholt. Zum Schnorcheln ist
es jetzt aber schon zu spät. Mist.
Es gibt noch einen kleinen Nachmittagssnack und eine
Reisetablette, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Dass auch die Rückfahrt
nicht gerade ruhig war, muss ich wohl nicht unbedingt schreiben. Über dem
Festland, dem wir uns stetig nähern, hängen dunkle Wolken. Wir sind froh, als
wir von der Crew verabschiedet werden und endlich wieder festen Boden unter den
Füßen haben.
Eines steht fest, Boote sind definitiv nicht meine
Lieblings-Art des Reisens!
Als wir wieder am Campingplatz angekommen sind, schmeißen
wir unsere Sachen von heute in die Waschmaschine und flüchten dann vor dem
Regen in den Van. Was für ein Tag!
Wir sind uns nicht ganz so sicher, ob sich unsere
Erwartungen an die Tour erfüllt haben. Es war auf jeden Fall eine ganz andere
Erfahrung.
Morgen verlassen wir Cairns und reisen weiter in Richtung
Süden.
Wir lassen von uns hören.
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