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Montag, 8. September 2014

2500 oder 1600 ?

Heute Morgen haben wir mal wieder einer dieser Entscheidungen getroffen, bei der man erst hinterher weiß, ob sie gut oder schlecht war.

Und so kommt es, dass wir uns heute in Richtung Perth aufgemacht haben. Wir hatten die Wahl zwischen 2500 Kilometer bis nach Darwin, mit viel menschenleerem Nichts und dem beunruhigenden Gedanken im Hinterkopf, dass man nie weiß, wie weit einen das Auto noch bringt oder 1600 km bis nach Perth, mit definitiv mehr Zivilisation.
Kurzerhand wurden die Karten rausgeholt, eine grobe Routenplanung vorgenommen. Das ist eigentlich auch der falsche Ausdruck, denn es gibt nur eine Straße, die von Port Hedland quasi direkt nach Perth führt.

Nach einem kurzen Einkauf und einem Tankstop ging es also mal wieder in Richtung Perth. Wir teilen uns die Strecke mit vielen Roadtrains, die uns mit waghalsigen Überholmanövern unterhalten. Wir hören, dank unseres Funkgerätes, immerhin, dass sie sich untereinander absprechen, bevor sich ein 50 Meter Truck mit 3 in Schlängellinien fahrenden Anhängern an einem anderen vorbeischiebt.

Das Navi zeigt uns ein Bild, das man so wahrscheinlich auch nur in Australien sehen wird.
Ist nicht gerade das schärfste Bild, aber da steht:
nach 1320 km links abbiegen 

Wir passieren noch einmal den Karijini National Park und würden am liebsten abbiegen, aber wir widerstehen und fahren weiter bis nach Newman, wo wir einen weiteren Tankstop einlegen.
Nach 680 gefahrenen Kilometern erreichen wir den Rastplatz und sind froh, dass wir mal wieder heil angekommen.

Die heutige Tierbilanz zeigt sich wie folgt:

ein toter Vogel 
[er ruhe in Frieden]

ein Känguru mit Schürfwunden 
[das dumme Ding hat kurz vor unserem Auto entschieden, die Sprungrichtung zu wechseln, ist aber zu unserem Glück ausgerutscht und an unserem Auto vorbeigeschlittert]

eine junge Kuh mit dem Schock fürs Leben
[Mal wieder stand eine Herde Kühe am Straßenrand und während wir uns auf die ersten Tiere der Gruppe konzentrierten, um zu sehen, ob eine davon auf die Straße läuft, haben wir nicht bemerkt, dass ein jüngeres Tier weiter hinten auf der Straße stand. Eine gekonnte Vollbremsung von Nico und das losrennen des Tieres hat Schlimmeres verhindert]

Montag, 1. September 2014

No risk - no fun!

Am Morgen verlassen wir den National Park. 
Und es passiert, worauf wir schon so lange warten, aber insgeheim hoffen, dass es nie passiert. Ein Känguru springt uns vor das Auto. Es hat im letzten Moment noch versucht umzudrehen, aber ein lautes Poltern verrät uns, dass wir es leider doch erwischt haben. 
Nun liegt das arme Tierchen dort am Straßenrand und hat ein gebrochenes Bein. Wie es der Zufall will kommen just in diesem Moment Mitarbeiter des Parks angefahren und kümmern sich um das Känguru [stellt euch vor, was immer ihr euch vorstellen wollt]. 

In Exmouth füllen wir noch einmal unsere Wasservorräte auf und starten in Richtung Karratha. Ja, wir riskieren es erneut und besuchen keinen Mechaniker. 

Es folgen 400 heiße und vor allem recht langweilige Kilometer, unterbrochen von einem Zwischenstopp zum Fahrerwechsel und Tanken. Am Straßenrand ziehen wieder tausende von Termitenhügeln an uns vorbei. Nach 200 Kilometern verändert sich das Bild und vor uns erheben sich tatsächlich hier und da kleine Berge aus der sonst so ebenen Fläche [achso, die Termitenhaufen findet man natürlich auch überall]. 


Wir wissen, dass wir Roose heute viel zugemutet haben, aber sie bringt uns trotzdem ans Ziel. Einen Rastplatz neben einem ausgetrockneten Flussbett. Wir stellen uns natürlich wieder neben den Camper, der pünktlich um 7 zum Abendprogramm sein Notstromaggregat anmacht. Super! 
Nach einer Stunde bemerkt er, dass er der Einzigste ist, der so ein olles Spukding an hat und schaltet es schweren Herzens wieder aus. Danke!

Roose klappert und knackt immer noch fröhlich vor sich hin und morgen wollen wir in Karratha zu einem Mechaniker gehen.

Schlaft gut und drückt uns die Daumen, dass bei unserer Roose nichts schlimmes kaputt ist.