Freitag, 20. März 2015

Klicken, suchen, anschreiben und warten

Heute haben wir wieder versucht um 7 aufzustehen. Letzten Endes ist es dann aber doch halb 10 geworden. 
Nach dem Frühstück haben wir uns vor den Laptop gesetzt und nach einer neuen Unterkunft sowie Fahrrädern gesucht. Auch nach Autos haben wir mal geschaut, aber keins hat uns wirklich zugesagt.
Den halben Tag haben wir mit klicken, suchen, anschreiben und warten verbracht. Trotzdem hat sich bis zum Nachmittag nichts ergeben. Der Frust macht sich breit.
Wir sind erst einmal einkaufen gegangen. 

Am Abend, wir waren gerade dabei weiter zu suchen, kommt David in unser Zimmer und meint, dass wir doch länger hier bleiben können. Da sagen wie doch nicht nein!
Am Ende kommt halt doch alles irgendwie von selbst. 
Ganz der australische Lifestyle:
"Easy going Mate!"


PS: noch für den Neidfaktor, bei uns waren heute 31°C.
Gute Nacht

Donnerstag, 19. März 2015

Der erster Tag

Geplant war es um 7 aufzustehen. Daraus wurde aber nichts. Denn die Wecker haben wir einfach gnadenlos ignoriert. 
Als ich das erste Mal die Augen aufmachte und auf das Handy schaute musste ich mit Erschrecken feststellen, dass es schon um 12 ist.

Wir haben uns dann aus dem Bett gequält, einen Kaffee geschlürft und auf den Weg zum Supermarkt gemacht. Unterwegs rief uns der Arbeitsvermittler an und fragte, ob wir morgen anfangen könnten zu Arbeiten. So kurzfristig geht das aber nicht.

Einem kleinen Einkauf und ein Wurstbrötchen später haben wir uns zu Fuß auf den Weg zur alten Arbeitsstelle gemacht. Das waren gute 5 Kilometer in der heißen, ungewohnten Sonne Australiens. Unterwegs habe ich Nico vor einer Schlage gerettet, die im sandigen Straßenrand ein Sonnenbad genoss. Er hat sie gar nicht bemerkt. Gefährlich war sie wahrscheinlich aber sowieso nicht, denn sie war nicht größer als 2 Regenwürmer. Noch ein Baby sozusagen.

Als wir angekommen sind, lief uns auch schon der Erste über den Weg, mit dem wir letztes Jahr gearbeitet hatten. Er hat uns erst auf den 3. Blick erkannt und konnte es kaum fassen. Der Nächste hat uns gleich erkannt und auch herzlich begrüßt. 

Wir haben uns aber erst einmal losgerissen und sind in das Büro, um mit unseren ehemaligen Chef zu sprechen. Der hat aber dummerweise heute frei. Na klasse.
Also haben wir ihm eine E-Mail geschrieben und gefragt wie es aussieht. 

Nichts desto trotz konnten wir es nicht lassen, eine Ehrenrunde auf dem Gelände zu drehen und alle zu begrüßen. Die Meisten konnten es kaum glauben und so gut wie jeder meinte: "Ich hätte nie gedacht, dass ich euch wieder sehe!"
Nur unser Freund aus Afrika ist momentan leider im Urlaub.

Zu unserer großen Überraschung ist auch Lorenzo wieder da. Mit ihm hatten wir das letzte Mal die Kranteile gestrichen und zusammen gearbeitet. Er ist die letzten 3 Monate mit seiner Freundin an der West- und Südküste Australiens gereist und hat sich dann entschlossen, noch einmal zu Arbeiten. Dieses Mal ist auch seine Freundin mit auf dem Gelände. Letztes Jahr war sie auf einer anderen Baustelle. Wir haben sie beim Streichen überrascht, denn alle Kranteile sind bis jetzt immer noch gelb.

Als wir alle abgeklappert hatten, ging es weiter in das nächste Einkaufszentrum - Shopping. 
Aber nicht wie ihr denkt. Arbeitssachen stehen auf der Liste. 
Arbeitsschuhe, Hosen, T-Shirts...

Mit vollen Tüten ging es ab nach "Hause". An der Bushaltestelle dann die nächste erfreuliche Nachricht. Gino, unser alter Chef, hat auf unsere Mail geantwortet. Wir können morgen oder am Montag anfangen wenn wir wollen. 

Wir entscheiden uns für Montag, zum einen, um noch irgendein Transportmittel zu organisieren,
zum Anderen, um noch einmal richtig auszuschlafen.

 Im Moment läuft es wie geschmiert. 
Sonnige Grüße aus der Ferne :)

Mittwoch, 18. März 2015

Sitzmarathon Teil 2: Hongkong - Perth

Nachdem wir ein asiatisches Mittagessen hatte, haben wir uns auf den Weg zum Abfluggate gemacht. Vor uns liegen weitere 7 Stunden und 45 Minuten Flug. 
Diesmal ist es eine kleinere Maschine und auch hier gibt es wieder die tolle Bordunterhaltung. 
Vor dem Start teilen die Stewardess kleine Karten aus, die jeder Passagier bei der Einreise nach Australien auszufüllen hat. Unter anderem wird nach Name, Passnummer und Flugnummer gefragt, aber auch ob man Lebensmittel, Waffen oder Drogen einführen will. P.S. solltet Ihr mal nach Australien wollen nehmt keines der 3 genannten Dinge mit. 
Kurz nach dem Start erklärte der Pilot, dass es ein ruhiger Flug wird und es nur über Bali etwas holprig werden kann. Und so war es dann auch. 
Nach der ersten Essenrunde [es gab wieder Eis] haben wir versucht etwas zu schlafen, aber irgendwie ist das doch unmöglich in einem Flugzeug. 
Also habe ich mich dem kleinen Monitor vor mir gewidmet und eine Folge nach der Anderen von "2 Broke Girls" angeschaut. Ab und zu ein prüfender Blick aus dem Fenster: am Anfang nur Meer, über Bali graue Wolken und danach wurde es dunkel. 
1 ½ Stunden vor der Landung gab es noch eine kleine Snackbox. Inzwischen sind wir schon über Australien, ab und zu kann man ein paar Lichter entdecken aber im Großen und Ganzen ist es zu dunkel um irgendetwas zu erkennen. 
Kurz vor dreiviertel 11 bringen wir unsere Sitze in eine aufrechte Position, klappen die Tische vor uns hoch, verstauen das Gepäck und sind "ready for landing".
Nach der Landung verläuft fast alles wie geschmiert. Bei der Passkontrolle kann das Lesegerät unsere Pässe nicht richtig auslesen also müssen wir noch an einen anderen Schalter gehen. Hier klappt es dann. Wir werden noch einmal gefragt, ob wir Lebensmittel im Handgepäck haben - Zitat Flughafenmitarbeiter: "Deutsche haben immer Äpfel mit." - Nein haben wir nicht. Also geht es weiter zum Gepäckband. Nicos Rucksack kommt gleich am Anfang, meiner erst etwas später. 
Weiter geht es zur letzten Station. Eine Dame sammelt die ausgefüllte Karte aus dem Flugzeug ein, prüft sie noch einmal und schickt uns dann am Zoll vorbei nach draußen in die Ankunftshalle. 

Hallo Perth! Wir sind wieder da.

Als nächstes versuchen wir David [bei ihm hatten wir vor unserer Abreise gewohnt] zu erreichen. Aber Nicos Simkarte streikt und für einen Anruf wollten wir auf meiner Karte kein Geld aufladen. 
Also haben wir ein Münztelefon gesucht, David angerufen und Bescheid gesagt, dass wir bald da sein werden. Inzwischen ist es kurz vor halb 12.

Wir gehen nach draußen und werden von wunderbarer warmer Luft empfangen. Es ist wie ein lauer Sommerabend.  Wir steigen in das erstbeste Taxi und fahren zu unserer Unterkunft. 
Nach dieser Fahrt können wir behaupten, dass wir mit einem Hybridfahrzeug gefahren sind. 

Nach der Begrüßung schmeißen wir die Rucksäcke in unser Zimmer und reden erst einmal mit David. Noch schnell eine erfrischenden Dusche dann fallen wir todmüde aber glücklich ins Bett.

Gute Nacht Perth - bis morgen.

Sitzmarathon Teil 1: Frankfurt - Hongkong

Um 4 siegte die Aufregung gegen die Müdigkeit und ich starre an die Decke.

In 2 Stunden wird Nico´s Papa Jan uns abholen und nach Frankfurt fahren – verrückt.
Um 5 stehen wir auf, trinken einen Kaffee und packen noch die letzten Sachen zusammen. Da sitzt man nun auf gepackten Rucksäcken und wartet. 
Die Katze lässt mal wieder alles kalt, sie will nur eins, nämlich raus.

Pünktlich um 6 steigen wir in Jan´s Auto und fahren los Richtung Frankfurt. Alles läuft gut, nur am Frankfurter Kreuz staut es sich ein wenig.
Natürlich sind wir viel zu früh da. Egal, das Gepäck geben wir trotzdem schon auf.
Diesmal haben wir uns Gewichtsmäßig im Vergleich zum letzten Mal wirklich verbessert. Nico´s Rucksack bringt 15,1kg auf die Waage, meiner 13,2 kg.

Noch ein Kaffee mit Jan, dann verabschieden wir uns in den Sicherheits-Check.
Kurz vorher hatten wir noch eine Nachricht unseres Arbeitsvermittlers aus Perth erhalten. Sobald wir anfangen können, sollen wir uns melden. Unser alter Chef braucht uns wohl doch recht dringend. Na das sind mal gute Aussichten. Das ist das erste Mal, dass wir einen Job noch vor der Unterkunft haben.
Die Duty-Free-Shops lassen wir links liegen und gehen direkt weiter zum Abflugsgate.
Nach 3 Stunden sitzen im Auto und 2 Stunden warten [natürlich sitzend] gehen wir an Bord der Boeing 777-300 und machen uns bereit für´s… na wer errät es? SITZEN. Weitere 11 Stunden warten darauf abgesessen zu werden.

Ach übrigens, wen es interessiert, wir fliegen dieses Mal mit Cathay Pacific.

Die Maschine ist nicht die neueste, aber immerhin lässt die Bordunterhaltung keine Wünsche offen, Filme und Serien in Massen. 

Der Flug läuft im Grunde ab wie alle anderen:
Einsteigen – warten auf den Start – Start – Frau bringt Getränke  -Frau bringt Snacks – Frau bringt Essen und Getränke – alle stürzen sich auf die Bordunterhaltung – alle versuchen zu schlafen, das Flugzeug wird dunkel und still – Licht geht an - Frau bringt Essen und Getränke – Landung – jeder will als Erster aussteigen und alle warten im Gang, dass sie endlich rauskommen – Fertig

Das Essen ist ok. Immerhin gut gewürzt und es gibt sogar Eis. 

Wir fliegen mal wieder vorwärts in der Zeit. Die Nacht kommt uns entgegen und gegen um 7 verlautet der Kapitän: „Welcome in Hongkong“. Die Nacht war kurz und geschlafen haben wir nicht wirklich. In Deutschland ist es jetzt 23:00 Uhr.

Am Flughafen im Hongkong sind wir natürlich mal wieder planlos umhergeirrt. Irgendwann haben wir uns erbarmt die letzten übrig gebliebenen Englisch-Fetzen aus dem hintersten Teil des Hirns zu graben und an einen Infoschalter nachzufragen. Der Flughafen liegt 40 km außerhalb des Stadtzentrums und wir beschließen, im Transitbereich auf den Anschlussflug in 8 Stunden zu warten. 

In der vorherigen Sicherheitskontrolle wird uns unser letzter Tropfen Wasser abgeknöpft und wir dürfen dann hinterher mal wieder überteuertes Wasser kaufen. Diesmal bezahlen wir mit Hongkong Dollar.

Nach einigen Stunden umherirren, Rätzeln ob wir etwas essen und wenn ja, was?, beschließen wir uns einen Platz zum Schlafen zu suchen. Also besser gesagt, für Nico einen Platz zum Schlafen zu suchen. Denn während er fröhlich vor sich hin döst, sitze ich an der großen Glasfront der Abflugshalle und schreiben diese Zeilen für euch. 

Wieder erhebt sich eine riesige Maschine gen Himmel und ich frage mich jedes Mal, wie solche monströsen Metallklumpen überhaupt fliegen können. Aber ein hoch auf die Physik und diejenigen, die sie verstehen [ich gehöre nicht dazu], die das alles möglich machen und uns innerhalb von gerade mal 25 Stunden einmal um die halbe Welt bringen.

Hier in Bangkok ist es jetzt kurz vor um 12. Ich werde wohl gleich Nico wecken. 
Dann gibt es vielleicht eine Portion überteuertes Essen und dann geht es bald schon in den nächsten Flieger. 

Wir melden uns.

Montag, 16. März 2015

Packen

Die letzten Tage vergehen wie im Flug und wir beginnen mal wieder unser Leben in Kisten zu verpacken. Diesmal ist aber alles etwas einfacher, da wir unsere Sachen in der Wohnung lassen können.
(Alle die es nicht wissen, wir wohnen mit im Haus von Nicos Stiefpapa und seiner Mama.) 

Wir versuchen alles im Kleiderschrank unterzubringen. Die Kartons die zu groß sind, stapeln sich im Schlafzimmer. 

Auch die Rucksäcke haben wir endlich mal gepackt. Wir fliegen ja erst morgen. 
Wir haben viel von unserer letzten Reise gelernt. 
Zum Beispiel, das man so gut wie alles auch in Australien kaufen kann, wenn man es benötigt. 
Und das man Tropfen braucht, die das Chlor im Wasser entfernen [das Leitungswasser riecht dort wie Schwimmbad und ist dadurch so gut wie ungenießbar, zumindest für uns]

Das Auto haben wir am Morgen abgemeldet. In der Waschanlage [keine echte, das leisten wir uns nicht, nur so eine wo man Geld einwirft und dann für 2 Minuten das Auto abspritzen kann] hat Nico am Nachmittag festgestellt, dass wir einen Platten haben. Wir sind dann zu seiner Oma gefahren, haben den Reifen aufgepumpt und uns verabschiedet. Dann waren wir noch einmal bei meiner Oma um uns zu verabschieden. Anschließend haben wir das gute Stück zu meinen Eltern gebracht, wo es ein Jahr stehen wird. Nun hieß es Abschied nehmen von meinen Eltern.

Wir haben noch ein letztes Mal gecheckt was wir im Rucksack haben, geschaut ob die Wecker für morgen gestellt sind und auch sonst alles soweit fertig gemacht. 
Jetzt liegen wir im Bett und sind bereit für das, was auf uns zukommt.

Bei mir macht sich so langsam die Aufregung breit.

Mittwoch, 11. März 2015

Visa, Flug, Arbeit, Unterkunft - CHECK

Das Visum haben wir, der Flug ist gebucht. Jetzt brauchen wir noch Arbeit und eine Unterkunft in Perth.

Natürlich wollen wir wieder unseren tollen Job, bei dem wir die Kranteile gestrichen haben. Also habe ich die Arbeitsvermittlung, über die wir die Arbeit damals bekommen hatten wieder angeschrieben. Und siehe da, bei der gleichen Firma könnten wir wieder anfangen. Ob wir allerdings wieder streichen dürfen, das wissen wir noch nicht.

Außerdem haben wir heute David angeschrieben. Bei ihm hatten wir zum Ende unseres letzten Aufenthaltes gewohnt. Nach kurzem Warten erhalten wir die Antwort. Er hat zwar im Moment sein Zimmer vermietet, kann uns aber trotzdem für ein paar Wochen bei sich unterbringen (Er hat 2 freie Zimmer vermietet aber immer nur eines davon). 

Visa - check
Flug - check
Arbeit - check
Unterkunft - check

Ich glaube, es kann losgehen.


Montag, 2. März 2015

Heute hier, morgen dort

Heute haben wir unseren Flug gebucht. 

Nach längerem Hin und Her haben wir uns für die Fluggesellschaft Cathay Pacific entschieden. Schlicht und einfach darum, weil sie den günstigsten Flug angeboten haben. Ein wirkliches Schnäppchen können wir aber nicht machen, da wir recht kurzfristig gebucht haben. 

Am 17. März geht es 12:55 ab Frankfurt in Richtung Hongkong.
Dort haben wir 8 Stunden Aufenthalt.
14:55 [Hongkong-Zeit] geht es weiter nach Perth. 
Dort werden wir voraussichtlich 22.35 ankommen.

Wir sind gespannt und zählen langsam die Tage. 

Donnerstag, 26. Februar 2015

Eine neue Runde, eine neue Wahnsinnsfahrt

Nachdem Nico doch die Absage aus Erfurt erhalten hat, haben wir umgeplant und werden jetzt erst einmal unser Visa beantragen. 

Wie das geht wissen wir ja vom letzten Mal noch, nur das diesmal die auf den Farmen gearbeiteten Tagen mit der entsprechenden Steuernummer der Farm eingetragen werden müssen. 
10:15 fangen wir an, Nico am Computer ich am Laptop. 11:30 war dann alles ausgefüllt, angeklickt und bezahlt. Jetzt ging das Warten los. 

Bei der Beantragung des 2. Work und Travel Visum kann es vorkommen, dass man in eine umfassende Prüfung kommt. Dabei wird vor allem auf die Erbringung der 88 Tage Augenmerk gelegt. Bei jedem klingeln der Handy´s schauen wir uns erwartungsvoll an ... nichts.

16:22 Uhr klingeln die Handy´s wieder zeitgleich. Und tatsächlich, keine 5 Stunden nachdem wir das Formular abgeschickt haben, halten wir das Visa virtuell in den Händen. 

Australien wir kommen, aber wann?


Montag, 23. Februar 2015

Aktuelle Situation

Ich möchte noch ein paar Worte zu unserer aktuellen Situation schreiben. 

Im Moment leben wir von unserem Ersparten und dem, was ich vom Amt bekomme.

Nico bekommt täglich Briefe, von Firmen, bei denen er sich bewerben soll oder direkt anfangen kann. Bei guten Angeboten geht er auch gerne zu den Vorstellungsgesprächen und hört sich an, was die Leute so bieten.
Meistens wollen die ihn aber als Monteur und nicht als Techniker. Da hätte er auch keine Schule machen müssen. Ein recht gutes Angebot aus Erfurt steht noch aus, da warten wir auf die Nachricht der Firma.
Ich habe mich auch hier und da beworben, werde mich aber in der Hinsicht nach Nico richten.

Wir leben uns langsam wieder ein.
Die Bräune ist schon lange weg.


So das war es fürs Erste.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Urlaub, Urlaub, Urlaub ...

So langsam wird es Zeit euch auch noch über den letzten Abschnitt unseres Abenteuers zu berichten. Ja, der letzte Abschnitt, denn für alle, die es inzwischen noch nicht mitbekommen haben sollten:
Wir sind wieder zurück in Deutschland.

Die 3 letzten Tage in Perth haben wir damit verbracht, den ganzen Ramsch [ja, da gab es einiges] wegzuwerfen und noch verwertbares zu Geld zu machen oder in den Rucksäcken unterzubringen. Unser Mitbewohner war so freundlich und hat uns am Dienstag (25.11.) zum Flughafen gebracht.
Fliegen ist für uns inzwischen wie Bus fahren und so verfallen wir in die übliche Flughafenroutine: Gepäck abgeben, nicht vergessen Pässe bereit zu halten, und dann durch die Sicherheitskontrolle. Nico sieht anscheinend wie ein bombenlegender Drogendealer aus, denn er musste zusätzlich noch einen Test machen, bei dem eine Dame mit einem kleinen Stofffetzen über seine Kleidung, Haut und Haare gegangen ist. Anschließend wurde der Fetzten in einem Gerät auf alle mögliche Stoffe untersucht, innerhalb weniger Sekunden. Wie zu erwarten, fand man nichts.
Dann erreichen wir den Bereich, in dem man zuvor weggeworfene Billiglebensmittel von „draußen“ zu vollkommen überteuerten Preisen neu erwerben kann. Da wir nur 4 Stunden Flug vor uns haben, waren wir mal wieder Sparfüchse und haben auf das Bord-Catering verzichtet. Also heißt es hier eindecken. 2 Tüten Chips, 2 Flaschen Wasser und ein warmes belegtes Brötchen und das alles zu Preisen wie zur Inflation.
Eine halbe Stunde vor Abflug erhält Nico eine E-Mail, dass sich der Flug voraussichtlich um 1 ½ Stunden verspätet. Ein Hoch auch moderne Kommunikationsmittel, den bei uns in der Abflughalle erfährt man davon erst 5 Minuten später. Damit hat sich der Landeanflug in Bali bei Tageslicht soeben in Luft aufgelöst. Naja, Hauptsache, wir kommen heute noch nach Bali.
Der Flug verlief ruhig und wie erwartet landen wir in einem dunklen Bali. Hier beginnt, was die nächsten 14 Tage zur Routine werden wird: wir müssen erst einmal zahlen und zwar für das Visum. 35$ pro Person [amerikanische wohl gemerkt, das heißt wir tragen jetzt schon 3 Währungen mit uns rum]. Man ist ja nur einmal auf Bali, denken wir uns und zahlen mit einem Lächeln, denn jetzt geht ja der Urlaub endlich los.
Nur noch schnell unser Gepäck einsammeln und dann kann es losgehen.

Das Abenteuer beginnt schon in der Ankunftshalle, bei 30°C und nahezu 100% Luftfeuchte, langen Pullover und 20kg Gepäck am Körper. Eine Horde Taxifahrer sieht sofort in unseren ratlosen Gesichtern, dass wir nach einer Transportmöglichkeit zum Hotel suchen. Wie ein Schwarm Fliegen verteilen sie sich um uns und jeder ist der Beste und Günstigste. Ein junger Mann ist besonders hartnäckig und hängt uns am Arsch, bis wir uns über eine Rolltreppe in die 2. Etage retten. Von dort aus gehen wir über eine andere Rolltreppe wieder nach unten und kaufen erst einmal Wasser. Im Laden bequatscht uns natürlich schon wieder ein Taxifahrer und siehe da, der junge Hartnäckige hat uns auch wieder gefunden. Beide streiten nun in der Landessprache und wir verstehen nur Bahnhof. Uns ist ja eigentlich auch egal, was die gerade besprechen, wir wollen nur so günstig wie möglich zum Hotel gebracht werden. Also nutzen wir die Situation und handeln mit Beiden, bis einer entsetzt den Kopf schüttelt und geht. Der junge Fahrer gewinnt und wir steigen in seinen, so gar nicht nach Taxi aussehenden Wagen. Egal, die Klimaanlage funktioniert.
Das Hotel für die ersten beiden Nächte hatten wir schon von Perth aus gebucht. In den weiteren Tagen haben wir uns dann immer vor Ort eine Unterkunft besucht. Da hat man zwar einiges an Aufwand, man kann aber relativ günstig in schönen Zimmern mit Pool einchecken.
Unser erster Eindruck vom Flughafen hat sich in den weiteren Tagen leider nicht verbessert. Egal wo man hingeht, wir sind wandelnde Geldscheine in den Augen der Einheimischen. Für alles wird Eintritt verlangt, auf der Straße wird man permanent von allen Taxis angehupt und auch am Strand hört die Tortur nicht auf.
Der Tourismus lockt mit dem schnellen Geld, die Traditionen und die Geschichte des Landes geht dabei verloren. Bali ist für seine Reisfelder bekannt, die haben wir  auch besucht. Ratet mal, natürlich nur, mit einer ordentlichen Eintrittsgebühr. 
Hier sieht man nur noch "Alte" arbeiten, die jüngeren lernen nicht mehr die Tradition des Reisanbaus, denn das ist anstrengend und bringt nicht viel Geld. Der Großteil verlegt sich auf das Tourismusgeschäft und deshalb geben wir Bali noch ein paar Jahre bis es vom Traumurlaubsland zum Albtraumurlaubsland wird. Schade eigentlich, denn Landschaftlich ist die Insel nicht zu verachten.

Das Wetter meint es auch nicht gut mit uns. Wir wussten ja, dass die Regenzeit gerade beginnt, aber dass es letzten Endes von früh bis abends regnet, hatten wir so nicht erwartet. Und so kam es, das unsere Regenponchos zum ständigen Begleiter wurden.
Irgendwann hatten wir dann die [entschuldigt den Ausdruck] Schnauze voll vom ständigen „abkassiert werden“ und auch die Tempel sind zwar schön anzusehen, aber im Endeffekt sind sie doch alle gleich und zur Geschichte erfährt man eh nichts. Auch das Wetter hatte sich langsam auf unser Gemüt geschlagen.


Also musste eine Lösung her: Flucht auf die Nachbarinsel.
Dazu haben wir eine abenteuerliche Ozeanüberquerung in einer, naja nennen wir es mal gutmütig Fähre, gemacht. Am Strand wurden uns unsere Rucksäcke abgenommen und durch das Wasser zum Boot getragen – welch Überraschung, auch dafür wollten die Träger natürlich Geld. Im gemächlichen Tempo sind wir dann inmitten von Bierkisten, Kühlschränken, anderen Gästen und dem Gepäck zur Nachbarinsel geschaukelt.
Nusa Lembongan, eine 8 km² große Insel, begrüßte uns selbstverständlich wieder mit Scharen aus Einheimischen, die nur unser Bestes wollten – unser Geld. Dafür wollten sie uns auch zu Ihren ach so tollen Unterkünften bringen. Wir haben aber alle abgeschüttelt und auf eigene Faust was gefunden. Endlich ging der Urlaub wirklich los. Denn, abgesehen von den Geldgeiern am Strand, ist es auf Nusa Lembongang (noch) untouristisch. Und auch das Wetter ist hier noch deutlich besser als auf Bali.
Unsere letzten Tage in Indonesien haben wir bei Sonnenschein und ohne ständigem belästigt werden verbracht – und es genossen.
Um weiter nach Bangkok zu fliegen, mussten wir natürlich wieder zurück nach Bali. Diesmal haben wir die schnelle Fähre genommen und es bereut. Gnadenlos prescht das Boot in jede Welle und schüttelt uns so ordentlich durch. Es war zwar schneller als die Schaukelfahrt auf dem Hinweg aber definitiv nicht nach meinem Geschmack.


Am 9. Dezember ging es dann weiter gen Westen. Nach circa 4 ½ Stunden ruhigen Flug kommen wir im abendlichen Bangkok (Thailand). Jetzt ging erst das echte Abenteuer los. Während in Bali noch so gut wie jeder Einheimische immerhin ein paar Brocken englisch konnte, sah das in der größten Stadt Thailands ganz anders aus. Lustig wurde es schon, als der Taxifahrer, der uns zur Unterkunft fahren sollte, die Straße nicht kannte und beim Hostel anrufen wollte. Wieder und wieder hat er es nicht auf die Reihe gebracht, die Telefonnummer richtig in sein uraltes Knochen-Telefon einzutippen. Verzweifelt habe ich nach einer viertel Stunde Hand-Körper-Englisch-Unterhaltungen das Telefon genommen und die Nummer eingetippt. Siehe da – es geht und wir können endlich zur Unterkunft.
Hier empfängt uns ein freundlicher Amerikaner, der kann immerhin englisch.
In der Dämmerung machen wir uns zu Fuß auf, die Gegend zu erkunden. Bewusst hatten wir uns für eine Unterkunft etwas außerhalb der Touristenströme entschieden und das auch nicht bereut. Von jedem wird man angeschaut, als kommt man von einem anderen Planeten. Und auf Grund der mangelnden Englisch-Kenntnisse der Thailänder schlägt so gut wie jede Kommunikation fehl.
In den nächsten Tagen haben wir uns von einem Tempel zum nächsten geschleppt, bis wir das ganze Bling-Bling-Glitzer-Funkel-Zeug nicht mehr sehen konnten. Denn eines muss man den Architekten der Temel lassen, gespart haben die am Gold definitiv nicht.
Neben den Tempeln hat Bangkok aber noch so einiges mehr zu bieten. Ein 7-stöckiges Einkaufszentrum, eine Einkaufszentrum nur für Elektronik, einen Schnellzug in der Stadt, wo eine Fahrt auch schon als Touristenattraktion zählt, Fähren mit denen man den zugegebener Maßen sehr dreckigen Chao-Phraya-Fluss rauf und runter fahren kann, Nachtmärkte, Straßenstände und und und…
Am besten haben uns die kleinen Straßenmärkte gefallen, an dem sich ein Essens-Stand an den anderen reiht und jeder Huhn, Schwein, Fisch und andere undefinierbare und meiner Meinung nach auch nicht essbare Sachen, auf den Grill wirft. Für ein paar Euro kann man sich hier nach Herzenslust satt schlemmen. Der Heimweg zu unserer Unterkunft hat uns jedes Mal durch eine dieser Gassen geführt. Mmmmhhh….


Eines muss aber zu Bangkok definitiv noch gesagt werden:
Es ist eine Stadt der Nachtschwärmer, nicht der Frühaufsteher.

Nach 7 wunderbaren Tagen in Bangkok ging es dann am 16. Dezember zurück in die Heimat – Deutschland. Natürlich nicht, ohne noch einmal mit dem Taxifahrer über den Abflughafen zu diskutieren, den Flughäfen hat Bangkok nämlich zwei.

Unser Fazit nach 14 Tagen Bali und 7 Tagen Bangkok:
Bangkok TOP

Bali FLOP