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Sonntag, 31. August 2014

Schock meines Lebens

Über Nacht ist ein starker Wind aufgekommen und das Frühstück wird zum Abenteuer, da so gut wie alles zu leicht ist, um es einfach auf den Tisch zu legen.

Wir bezahlen für eine weitere Nacht, müssen aber auf einen anderen Campingplatz wechseln. Da man an der Stelle, an der wir gestern schon waren, nur bei Flut schnorcheln soll haben wir den Vormittag an der Torquois Bay verbracht. Diese wenigen Stunden haben unserer Bräune ziemlich gut getan. 

Als das Wasser dann endlich steigt, fahren wir zu Oyster Stack und legen gleich los. 
Den Schock meines Lebens bekomme ich, als vor mir plötzlich ein kleiner Hai auftaucht und seelenruhig an mir vorbeischwimmt. Wieder ärgere ich mich, dass die blöde Kamere nicht funktioniert. Als ich Nico von meiner Begegnung erzähle, will er mir nicht wirklich glauben, aber ich weis, was ich gesehen habe [ich habe mal in die Fisch-Identifizierungs-Broschüre geschaut, ich vermute, dass ich einen Gummy Shark oder ein Reef Shark gesehen habe]. Nach der Begegnung war mir etwas mulmig (da kommt der Angsthase in mir durch) und ich bleibe in der Nähe des rettenden Ufers. 
Irgendwann beschließe ich, mich meinem Buch zu widmen, während Nico weiter den Fischen hinterherjagt. 


Auch heute versuchen wir uns ein Abendessen aus dem Meer zu ziehen, aber wir haben kein Glück, dafür konnten wir aber Schildkröten sehen, die ab und zu ihre Köpfe aus dem Wasser gestreckt haben, um Luft zu holen. 

Auch auf diesem Campingplatz versammeln sich am Abend einige der Camper an einem Tisch und quatschen über Gott und die Welt.

Irgendwann kuscheln wir uns in das viel zu warme Bett und versuchen zu schlafen. 


Wir stellen fest, dass man nicht Beides haben kann, hat man den ganzen Tag Sonne, muss man sich abends ins zu warme Bett legen, ist es den Tag über kühl ist das Bett dafür angenehm.

Samstag, 30. August 2014

Fische in allen Formen, Farben und Größen

Am Morgen beschließen wir nach Exmouth zu fahren. 
Das ist zwar ein ziemlicher Umweg, vor allem wenn man mit einem kaputten Auto unterwegs ist, aber man ist ja nur einmal hier. Außerdem lohnt sich der Abstecher definitiv, wie wir später raustellen werden.

Auf der Fahrt nach Exmouth gab es nicht all zu viel Spektakuläres, außer weiteren hunderten Termitenhaufen, knacken im Pedal und holprigen Fahren. 
Die Stadt selbst ist auch kein Highlight. Es gibt ein paar Einkaufsmöglichkeiten, ziemlich teures Benzin, Campingplätze, bei denen man pro Nacht 40$ und aufwärts bezahlen soll und selbst verständlich ein Info-Zentrum. Wie immer wird hier das nötige Kartenmaterial für die Region besorgt und nach sehenswerten gefragt. In der Stadt selber gibt es davon nicht all zu viele, aber 50 Kilometer außerhalb befindet sich der Cape Range National Park der direkt in das Ningaloo Riff übergeht. Also wieder rein ins Auto und ab zum National Park. Hier sichern wir uns noch schnell einen Platz auf einen der Campingplätze im Park. Dafür werden 10$ pro Person pro Nacht verlangt, das ist aber immer noch besser, als zurück im einen der horrend teuren Caravanparks in Exmouth zu fahren. 

Wir müssen unsere Buchung noch direkt vor Ort bei den Betreuern der Campsite bestätigen und konnten dann nach einem kleinen Mittag direkt wieder zum Schnorcheln aufbrechen. Die netten Betreuer haben uns, entgegen der meisten Reiseführer, nicht Torquois Bay, sondern die Bucht Oyster Stacks empfohlen. 
Hier hat man zwar keinen Strand, dafür ist man, sobald man über etwas rutschige und spitze Steine geklettert ist, schon mittendrin im Riff. 
Sobald man den Kopf unter Wasser steckt taucht man in eine komplett andere Welt ein. Fische in allen Formen, Farben und Größen schwimmen um einen herum, Korallen bilden die verrücktesten Konstrukte und über all kann man immer wieder etwas neues und aufregendes entdecken. Nico hatte Glück und konnte sogar eine Schildkröte sehen. 
Mein Highlight sind die Seegurken [Bild ganz rechts]. Die sehen genau so aus, wie sie heißen. Es gibt keinen treffenderen Namen für dieses Lebewesen - lange schwarze unförmige Würmer, die am Meeresboden Sand einsaugen, alles  nahrhafte herausfiltern und den Rest als kleine Sandwurst wieder ausscheiden. 
Ich bin begeistert!


Nico's Outdoor- und Unterwasser-Kamera hat natürlich schon in Denham (Shark Bay) ihren Geist, warum auch immer, aufgegeben. Wie durch ein Wunder hat sie aber noch einmal funktioniert und Nico konnte für euch schöne Bilder machen. Nach 5 Minuten war das aber auch nicht mehr möglich und seit dem verweigert das Gerät voll und ganz die Mitarbeit. 
Mal wieder der Klassiker, 7 Monate schleppen wir das Ding mit uns rum und dann, wenn es seinen eigentlichen Zweck erfüllen soll, geht die Kamera kaputt. Wir ärgern uns sehr darüber aber ändern können wir natürlich auch nichts. 

Wir beschließen der Torquois Bay doch noch einen Besuch abzustatten und schlendern am weisen Sandstrand entlang. 

 

Am Abend versuchen wir uns im Angeln, müssen aber mal wieder erfolglos zurück zum Auto gehen. 
In der Zwischenzeit haben sich alle Camper des Platzes gemeinsam an einen Tisch gesetzt und tauschen Geschichten aus. Jeder hier ist schon weit und viel gereist und so gibt es auch viel zu erzählen.


Bis morgen!

Freitag, 29. August 2014

Coral Bay

Auch heute bringt uns Roose wieder ohne größere Probleme zum Tagesziel: Coral Bay (=Korallen Bucht).


Der 190 Seelen-Ort hat sich voll und ganz dem Tourismus gewidmet und so wundert man sich auch nicht, dass man nach 2 Minuten Fahrt auf der Hauptstraße, entlang an Campingplätzen und Ferienhäuschen in allen Preisklassen, das Ende des Ortes erreicht hat.
Also umdrehen und mit offenen Augen nach irgendetwas suchen, dass uns Informationen vermitteln kann. Wir sind uns sicher, dass wir hier kein Info-Zentrum finden werden. 
Neben einem Parkplatz am Strand steht aber doch eine kleine Hütte mit dem gut bekannten "i".
Ein älterer Herr wartet nur darauf, uns mit seinem Wissen zu überschutten. 
Nach einer viertel Stunde starten wir mit einer imaginären "Must do"-Liste in den Tag.

Wir beginnen mit dem offensichtlichsten, denn vor uns liegt eine malerische Bucht, die nur so zum Schnorcheln einlädt.  


Also schnell in Bikinin und Badehose geschlüpft und los geht's.  
Langsam waten wir durch das flache Wasser bis zu der Stelle, an der es tief genug ist um problemlos komplett einzutauchen. Das Riff beginnt keine 2 Meter hinter dieser Stelle und Nico schmeißt sich ins kühle Nass und legt los. Mädchen brauchen bekanntlich immer etwas länger, aber irgendwann habe auch ich es geschafft mich komplett nass zu machen und los zu schnorcheln. Unter Wasser wurde ich dafür mit vielen Fischen und wunderschönen, wenn auch nicht ganz so farbenfrohen, Korallenstrukturen belohnt. Mein Schnorchel füllt sich leider alle 2 Minuten mit Wasser und muss dann geleert werden. Nico schwimmt in der Zwischenzeit schon fröhlich weiter draußen. Irgendwann haben wir die Sets getauscht und ich konnte auch einen kleinen Abstecher weiter raus riskieren. 
Nach dem ganzen Schnorchel-Spaß haben wir uns am Strand in die Sonne gelegt und dem Meeresrauschen gelauscht. Da die großen Wellen weit draußen vor der Küste brechen, beschränkt sich das auf leises, sanftes Plätschern. 

Als nächstes stand Punkt 2 unserer Liste auf dem Plan. 
Um dorthin zu gelangen haben wir einen kleinen Strandspaziergang unternommen.
Nach 10-15 Minuten kommen wir an dieser kleinen Bucht an. 
Wer möchte da nicht direkt wieder ins Wasser springen?

Wir verzichten, denn in dieser Bucht ziehen Riff Haie ihre Babys groß. 

Füße ins Wasser halten scheint uns aber sicher, denn keiner der Haie kommt auf die Idee nur ansatzweise näher zu kommen. Und so stehen wir am Rand, summen die Melodie aus "der weise Hai" und beobachten die schwarzen Flecken im Wasser. auf eine bedrohlich aus dem Wasser ragende Rückenflosse warten wir leider vergeblich. Ab und zu kommen einzelne Haie immerhin nah genug, dass die schwarzen Flecken tatsächlich fischähnliche Formen annehmen. Aber die Riff-Hai-Mamis und ihre Riff-Hai-Kinder sind anscheind zu Fotoscheu  für eine Nahaufnahme. 



Wir beschließen noch einmal in der sicheren [??] Bucht zu schnocheln und konnten dann pünktlich 3:30 Uhr Punkt 3 auf unserer Liste abhaken. Fische füttern, aber getreu nach dem Motto "mittendrin statt nur dabei" steht man im Wasser und die Fische können um einen herum schwimmen. 
Eine junge Frau erklärt die Regeln für das ganze Spektakel:
 1. Nicht anfassen,
2. Nicht aus der Hand füttern (Fische haben Zähne)
und ganz wichtig, 
3. nicht ausrasten, wenn die Fische einen berühren... 
Halt - stop - berühren?!

Aber es bleibt keine Zeit darüber nachzudenken. Während der Ansprache hat sie schon munter Pellets an die Leute verteilt, die fröhlich damit um sich werfen. Auch die Personen hinter Nico und mir fangen an Futter in unsere Rücken zu werfen und der Fischschwarm, mit Fischen die circa 50 Zentimeter groß waren, verteilt sich gleichmäßig um unsere Beine. Nico mit seiner Badehose merkt natürlich nichts, aber ich spüre sehr wohl die Flossen und die  glitschigen Schuppen. Ruhig bleiben war angesagt, aber das fiel mir gar nicht so einfach. 
Also stand ich in der Fischmenge, die Kamera mit einer Hand nach oben haltend (der Akku hat sich natürlich pünktlich zur Fütterung verabschiedet) und mit der anderen Hand Pellets um mich werfend. Was für ein Spaß - die Fische in ihrem Futterrausch haben das Wasser ganz schön aufgewühlt und herumgespritzt. 


Damit war auch der letzte Punkt auf der Liste erledigt und nach einer Dusche konnten wir zum nächsten Rastplatz aufbrechen. 

Auf den Weg dorthin ist das Land um uns nur so mit Termitenhügeln zugepflastert. 
Ich vermute, dass Termiten einfach wahnsinnig gerne Häufen in verschiedensten Formen und Größen bauen. Warum sich auf 5-10 Nester beschränken, wenn man hunderte haben kann? 
Wir legen uns in unser, leider immer noch etwas unruhig fahrendes, Nest und freuen uns auf morgen.


Gute Nacht Termiten, 

Gute Nacht Deutschland.